Die „e.Motion“-Philosophie: Leitlinien Elementary Motions

Wir, Elementary Motion, verstehen uns als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Ziel dieses Blogs ist es, Artikel zu veröffentlichen, die nicht nur beide Bereiche abdecken, sondern diese auch miteinander verknüpfen. Die Basis bilden dabei immer die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Jedoch ist die Welt noch lange nicht in ihrer Gänze erforscht, weshalb noch viele Fragen offen bleiben, die es zu erforschen gilt. Solange es auf diese Fragen noch keine eindeutigen Antworten gibt, muss in der Praxis laut unserer Philosophie mit Erfahrungswerten und Theorien gearbeitet werden. Wir machen bewusst auf diese Schnittstellenposition aufmerksam, da wir besonders im Bewegungs- und Gesundheitssektor viel mit „reinen“ Wissenschaftlern bzw. ihrem Gegenteil, den„reinen“ Praktikern, zu tun haben. Während „reine“ Wissenschaftler sich immer auf das bisher wissenschaftlich Bewiesene beschränken und deshalb oftmals nicht wagen, neue unerforschte Wege zu gehen, ist es bei „reinen“ Praktikern hingegegen häufig der Fall, dass sie mit Methoden fernab der Realität arbeiten oder an den falschen Stellen mit unangebrachten Mitteln kämpfen. Wie so oft im Leben ist der Mittelweg, der an dieser Stelle vielleicht gar nicht in der Mitte liegt, der richtige, da beide Seiten sehr voneinander profitieren. (siehe Abbildung 1)

Eigene Grafik erstellt auf Grundlage von: Ionnaidis (2005), Sheldrake (2012) und Walach & Loef (2015)

Zwischen Wissenschaft und Praxis

Elementary Motion stellt die für den Menschen natürliche Bewegung in den Vordergrund. Wir sehen Bewegung als ein Element eines gesunden Lebens, weshalb wir sie auch als elementary beschreiben. Deshalb wird es in unseren Artikeln hauptsächlich um die Wiederherstellung bzw. Verbesserung von Bewegungsqualität, um Prävention, Rehabilitation (nach Verletzungen) sowie Schmerz- und Bewegungstherapie gehen. Ebenso soll die Verbesserung körperlicher und sportlicher Leistungsfähigkeit Thema der Artikel sein. Da die Welt und das reale Leben nicht wie große Teile (vor allem) des deutschen Bildungssystems sowie vieler sonstiger Systeme in einzelne Fächer eingeteilt sind, soll Elementary Motion eine Verknüpfungsstelle verschiedener Disziplinen darstellen, um die bestmöglichen Voraussetzungen für das unerreichbare Ziel einer Welt ohne Krankheit und Schmerzen zu schaffen. Deshalb bedienen wir uns der Sport- und Gesundheitswissenschaften, Physiotherapie und Osteopathie, Medizin und Psychologie, Ernährungs- und Neurowissenschaften, Anthropologie und Soziologie, Linguistik, Pädagogik und Philosophie sowie vieler weiterer wissenschaftlichen Fachrichtungen und Lebensbereiche, die uns dabei helfen, die Gesundheit des Menschen zu erhalten bzw. wiederherzustellen und die sportlich-spezifische sowie die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.
Unsere Artikel sollen jedoch keineswegs ausschließlich theoretischer Natur sein: Wie oben bereits angeklungen wird neben dem wissenschaftlichen Beleuchten ebenso der sinnvolle Transfer in die Praxis ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit sein. Aus diesem Grund werden auch Videos und Bilder zusätzliche Bestandteile unserer Artikel sein, um auf diese Weise beispielsweise Übungen erläutern und Bewegungen beschreiben zu können als auch hautnahe Praxisbeispiele zu geben.

Kennen gelernt auf einem Kongress eines ursprünglichen Sportartikelverteibers bei der gemeinsamen Arbeit für Markus Erhards Stand zum Myofascial Taping, entdeckten beide Autoren schnell ihre ähnliche Philosophie in Bezug auf Sport, Bewegung und Gesundheit. Obwohl wir beide natürlich aufgrund unseres Ursprungs in der „Faszien-Welt“ sehr fasziniert von den neuen Erkenntnissen über das Bindegewebe sind, möchten wir dieses Thema immer wieder kritisch betrachten und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ebenso wenig möchten wir ein unseriöses Bild erwecken und die Faszie auf ein Podest stellen und somit den von der Fitnessindustrie sehr gut vermarkteten Faszien-Hype unterstützen. Letztlich handelt es sich bei der Faszie bzw. dem Bindegewebe „nur“ um EINE Struktur des Körpers. Denn unbestreitbar sind ebenso die Funktionen unseres zentralen und peripheren Nervensystems, des viszeralen und Herzkreislaufsystems sowie die Physiologie des Muskels wichtig für einen funktionierenden Organismus. Auch wenn all diese Systeme in gewisser Art und Weise mit dem Bindegewebe in Verbindung zu bringen sind, arbeitet unser Körper immer als ganzheitliches Netzwerk. Die oftmals in der „Faszien-Welt“ geforderte Tensegrity-Sichtweise unseres Körpers, also das Verstehen des Körpers in seiner Ganzheitlichkeit, legt genau dies zugrunde: Unser Körper passt sich ständig an und verändert sich; Zug und Druck gleichen sich immer aus oder wenn dies nicht mehr der Fall ist, „[erzeugt] unnormaler Druck in einem Teil des Körpers […] unnormalen Druck und Anpassung in anderen Teilen des Körpers“ (Andrew Taylor Still, Begründer der Osteopathie). Bestehende Therapie- und Trainingskonzepte sollten durch Erkenntnisse der Faszienforschung und anderer Forschungsbereiche lediglich ergänzt und verbessert, jedoch nicht auf Biegen und Brechen ersetzt werden!

Große Ziele

Ein großes Vorbild für Elementary Motion stellt der auf Fußballtaktik und –training spezialisierte Internetblog Spielverlagerung dar. Aufgrund der sehr hohen Qualität der Artikel und ihrem unstillbaren Wissensdurst sowie dem Mut, andere, neue Wege zu gehen, haben es die Autoren geschafft, die Qualität und den Austausch innerhalb eines gesamten Sportbereiches zu steigern. Es wird auf so hohem Niveau wie nie zuvor in Deutschland im Fußball über Taktik geredet, sodass sich der Sport taktisch stetig weiterentwickelt. Ähnliches möchten wir mit Elementary Motion für den Sport insgesamt in Bezug auf Leistung, Gesundheit und Schmerzfreiheit erreichen. Der Körper ist ein faszinierendes Konstrukt, welches jeden Tag aufs Neue unseren Enthusiasmus anspornt. Mit diesem Blog möchten wir diese Faszination mit unseren Lesern teilen und einen Teil zu einem gesünderen und damit auch qualitativ besseren Leben beitragen. Unser Körper wurde uns geschenkt, also lasst ihn uns auch wirklich nutzen! Bewegung ist essentiell, movement is elementary.

Nürnberg & Frankfurt a. M., den 31.01.2016


Literatur:

Ioannidis, J. P. A. (2005): Why Most Published Research Findings Are False.  In: PLoS Med 2 (8), 697-701.

Sheldrake, R. (2012): Der Wissenschaftswahn. Warum der Materialismus ausgedient hat. München: Barth.

Walach, H., & Loef, M. (2015). Using a matrix-analytical approach to synthesizing evidence solved incompatibility problem in the hierarchy of evidence. Journal of clinical epidemiology, 68(11), 1251-1260.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    wie kann man euch denn kontaktieren? Wir würden gern mit euch zusammen arbeiten.
    Ich freue mich auf eine Rückmeldung.
    Liebe Grüße
    Laura

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